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ABOUT RUM

Geschichte
Die Geschichte vom Rum geht zurück zu Abenteurern wie Christoph Kolumbus, die mit ihren Schiffen die Welt besegelten. Zu dieser Zeit war der Zucker eines der wichtigsten Produkte, welcher Reichtum und Wohlstand suggerierte. 

Als Kolumbus 1493 die Karibischen Inseln entdeckte, brachte er Zuckerrohr, um bei seiner Ankunft Tauschware zu haben. Hier wurde das Zuckerrohr nun angebaut und es stellte sich schnell heraus, dass diese klimatischen Bedingungen ideal für den Anbau sind. Das Zuckerrohr war nun angekommen und die Zuckerproduktion florierte, jedoch dauerte es noch hunderte von Jahren bis dies zu Alkohol verarbeitet wurde.

Aus der Zuckerproduktion entstand dann auch der Rum, welcher aus Melasse gebrannt wurde. Melasse ist der Rest der Zuckerproduktion, ein zähflüssiger Sirup mit geringem Zuckergehalt, welcher für die Produktion nicht mehr gebraucht wird. Plantagenbesitzer entdeckten die Möglichkeit aus dem Abfallprodukt ihrer Produktion Gewinn zu schlagen und verdienten viel Geld damit. Der Rum von damals war allerdings ganz anders als der Rum, den wir heute kennen. Er war sehr scharf und bitter und roch schrecklich. Trotz der miserablen Qualität wurde der Rum zum bevorzugten Getränk der Seeleute, welche diesen zurück in ihre Heimatländer brachten, wo dieser auch beliebt wurde. 

Allerdings wurde die Rumproduktion erst gross, als das Column Still Verfahren im Jahre 1848 auf den Karibischen Inseln ankam. Nun war die Massenproduktion von Rum möglich, was dazu führte, dass die Europäischen Länder mit Rum übergossen wurden.

Einen grossen Anteil an der Verbreitung des Rums in der Westlichen Welt hatte die 1862 gegründete Bacardi Distillery, welche als erste einen weichen, puren und easy-drinking Rum auf den Markt brachten. Die anderen Rumproduzierenden Länder folgten diesem Beispiel, bis auf Jamaica. Jamaica blieb seinem Rum treu und ist bis heute bekannt für seinen unverwechselbaren, dunklen, schweren und aromatischen Rum. 

Die Royal British Navy verteilte ihren Seeleuten eine Tagesration Rum. Die Ration betrug 4,5 Liter Bier für eine Fahrt rund um Grossbritannien, 1 Liter für das Mittelmeer und ¼ Liter Rum (High Proof = 75%) für die Fahrt in die Karibik. Diese tägliche Ration hatte allerdings einen negativen Einfluss auf die Motivation und Disziplin der Seeleute. Am 21. August 1740 entschied Admiral Edward Vernon, dass die Ration Rum mit Wasser versetzt werden soll.


Rum genoss auch während der Prohibitionszeit in den USA grosse Beliebtheit. Sogenannte «Rum-Runners» schmuggelten grosse Massen an Rum von den Karibischen Inseln nach Amerika. Diese illegalen Spirituosen wurden dann von den Küsten her verteilt und in die Speakeasy (illegale Nightclubs) in der ganzen Nation gebracht. 

Doch die Popularität von Rum begann während der grossen Depression stark zu schwanken. Die globale Wirtschaftskriese traf auch die Rumproduktion und mehr als die Hälfte der Brennereien mussten ihre Produktion einstellen. Auch wenn der Rum während des zweiten Weltkrieges wieder etwas beliebter wurde, dauerte die Rückkehr des Rums bis Bacardi seine Light Rum auf den Markt brachte. Ab diesem Zeitpunkt wurde fast ausschliesslich Light Rum exportiert und der Dark Rum blieb in den Produzierenden Ländern.

In den 80er und 90er war der Light Rum ein Kassenschlager, obwohl er dann dem Vodka einen grossen Teil des Marktes abgeben musste. Trotzdem blieb der Rum sehr beliebt und Ende der 90er kam sogar der Dark Rum wieder in die Regale der Westlichen Welt.

Die Masseinheit «Proof» ist die aus England stammende Einheit, um den Alkoholgehalt anzugeben. Proof ist zweimal mehr als Alkohol Prozent, also 40% = 80 Proof oder 100 Proof = 50%. Der Begriff kommt aus dem 16ten Jahrhundert, als Spirituosen je nach Alkoholgehalt unterschiedlich besteuert wurden. Die Spirituosen wurden getestet, indem ein Pellet Schießpulver darin eingeweicht wurde. Wenn das Schießpulver noch brennen konnte, wurden die Spirituosen als «Over Proof» bewertet und mit einem höheren Steuersatz besteuert. Nicht brennendes Schiesspulver bedeutete unter 100 Proof also unter 50 % Vol. 

Kleinere Karibische Brennereien mussten sich vom Rest abheben, um ihr aussterben zu vermeiden. So begannen sie mit der Produktion einer Spezialität – dem Fassgelagerten Rum. Es war ihnen nicht möglich mit der Popularität von Bacardi und Havana Club mitzuhalten, weswegen es sehr wichtig war mit den Nischenprodukten Anklang zu finden. Das Resultat ist, dass sich heutzutage vor allem in Europa der gealterte Rum grosser Beliebtheit erfreut. Der Light Rum ist in den USA nach wie vor sehr beliebt. Weltweit ist der Rum heute wohl so beliebt wie nie zuvor.

Produktion
Rum ist ein Destillat, welches generell aus Zuckerrohr gefertigt wird. Hier kann entweder der frische Zuckerrohr Saft direkt destilliert werden, was dann als Rhum Agricole bezeichnet wird, oder es wird Zuckerrohr Melasse gebrannt, was auch als Rhum Industrielle bezeichnet wird. Das verwendete Rohmaterial beeinflusst stark den Charakter und Geschmack des Endproduktes. 

Für die Rumproduktion braucht es Zucker, Wasser, Hefe und die richtige Temperatur, genau wie bei der Produktion von allen anderen Spirituosen. Beim Rum ist der Fermentationsprozess allerding absolut essenziell für den späteren Charakter vom Rum. Der Mash ist ganz unterschiedlich je nach Zeit und Temperatur der Gärung. Damit kann die Intensität der Aromen gesteuert werden.

Je nach Stärke die man erhalten möchte kann die Fermentation von einem halben bis mehrere Tage dauern. Das Resultat der Fermentation ist ein Alkohol mit ca. fünf bis neun Alkohol Volumen. Um diese stärke nun zu erhöhen muss dieser Saft nun destilliert werden. An diesem Punkt muss man sich für den Pot Still oder Colums Still entscheiden, je nachdem was für ein Stil von Rum man produzieren möchte.

Nach der Destillation werden viele Rum in einem Fass gelagert. Der Charakter wird durch die Lagerung verändert und der Rum wird runder und weicher im Geschmack. Ebenfalls bekommt der Rum durch die Lagerung automatisch eine dunklere Farbe. Für viele Rum werden alte Whiskey Fässer aus Amerikanischer Eiche verwendet, welche stark ausgebrannt wurden. Die Einflüsse vom Holz auf den Rum sind sehr komplex und variieren massiv. 

Die Dauer der Lagerung in Fässern bewegt sich von wenigen bis mehrere Jahre, je nach Brennerei und Produkt. Über die Jahre verdunstet ein gewisser Teil des Alkohols und entflieht dem Fass. Dies nennt man «Angels Share». Dies bring viele Produzenten dazu die Fässer jeweils mit frischem Destillat nachzufüllen, um einen hohen Alkoholgehalt zu behalten. Auf Grund von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, welche essenziell für die Alterung sind, altert der Rum in der Karibik relativ schnell. 

Bevor der Rum nun in die Flasche kommt, wird er noch dem Blending Prozess unterzogen. Hierbei werden verschiedene Rum zusammen verheiratet. Der Master Blender, welcher hohe Fachkenntnisse und Sensorik besitzen muss, ist dafür verantwortlich aus verschiedenen Rum das Endprodukt zu kreieren.

Klassifikation
Typischerweise wird der Rum in vier verschiedene Kategorien unterteilt, welche meist durch ihre geografische Herkunft definiert sind. Klima sowie Geschichte spielen dabei eine grosse Rolle.

Seit die Kolonisten in die Karibik kamen sind dir Rum Klassifikationen definiert. Die französisch besetzten Inseln produzieren typischerweise Rhum Agricole, die britischen eher süssen, dunklen und aromatischen Rum und die spanischen Kolonien produzieren vorwiegend leichten Ron. Dadurch werden in Folgende Kategorien unterteilt:

Französisch | Cuba | Jamaica | Guyana (Demerara)

Französisch
Der Französische Rhum, der Rhum Agricole wird im Gegensatz zu fast allen anderen nicht aus Melasse, sondern aus frischen Zuckerrohrsaft gefertigt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass die Brennereien nahe der Zuckerrohrfelder gelegen sind, da sonst der Saft von sich aus anfängt zu gären, bevor er in der Brennerei ankommt. Der Produktionsprozess muss gerade anschliessend an das Ernten und Auspressen stattfinden.

Der Saft wird mit Wasser vermischt, woraufhi9n die Hefe dazugegeben wird, was zum Mash mit ca. 4,5 – 9% Vol. Alc. führt. Nun wird dieser Mash in einem einfachen Column Still Apparat gebrannt. Im Gegensatz zum üblichen Column Still Verfahren, werden hier mit tieferen Temperaturen, sowie nur mit einer Säule gearbeitet, was viel mehr Aroma im Endprodukt hervorkommen lässt. 

In Sachen Geschmack und Körper ist der Rhum Agricole sehr unterschiedlich zu allen anderen Rumsorten und ist für die meisten Europäer unbekannt. Mit der Verwendung von frischem Zuckerrohrsaft statt süsser Melasse, wird der Rhum viel schnapsähnlicher. Der Nachklang ist sehr trocken und fühlt sich schon fast bittersüss an. Allerdings wurde auch dieser Ruhm durch Fasslagerung sehr beliebt. 

Cuba
Dieser Ron Stil hat zur Weltweiten Verbreitung des Rums massgeblich beigetragen. In den 1860er als das Column Still Verfahren nach Cuba kam, wuchs die Nachfrage exponentiell und vor allem für geschmacksneutralen, eher süsslich leichten Rum, was dann in der Westlichen Welt sehr populär wurde.

Das heisst nicht, dass nur Column Still Rum ohne Fasslagerung in Cuba hergestellt wird. Allerdings ist dies der bekannte Charakter vom Ron de Cuba und von vielen kopiert wurde. 

Jamaica
Dieser Rum Stil besitzt alle Qualitäten von der ursprünglichen Rum Produktion. Jamaica Rum ist dunkel, sehr aromatisch, und hat ein sehr individuelles Geschmacksbild. Hier wird praktisch alles im Pot Still Verfahren hergestellt. Da der Rum im Jamaica Stil vielerorts seine Liebhaber gefunden hat, werden auch auf anderen Inseln mittlerweile Rum im Jamaica Stil hergestellt.

Guyana
Eine süsser und intensiver Charakter kann diesem Rum Stil zugeschrieben werden. Der Rum wird entlang dem Fluss Demerara in Guyana hergestellt. Er zeichnet sich durch seine dunkle Farbe und seine vollmundigen Noten aus.

Beispiele