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ABOUT VODKA

Definition und Eigenschaften
Wodka (auch Vodka; aus slawischen Sprachen, polnisch wódka, russisch водка; Diminutiv von woda = Wasser, sinngemäss „Wässerchen“) ist eine meist farblose Spirituose mit überwiegend neutralem Geschmack.

Der Alkoholgehalt liegt typischerweise bei 40 % Vol., rechtlich zulässig sind jedoch auch niedrigere und höhere Stärken (in der EU mindestens 37,5 % Vol.). Wodka wird sowohl pur als auch als Cocktailbasis konsumiert.

Der neutrale Charakter entsteht durch:

     - sehr hohe Destillationsgrade
     - intensive Filtration

Dabei werden Begleitstoffe wie Fuselöle weitgehend entfernt. Ein völlig vollständiges „Fehlen“ solcher Stoffe ist technisch jedoch nicht erreichbar, sondern nur eine sehr starke Reduktion.

Wortherkunft
Das Wort Wodka stammt aus den slawischen Sprachen und ist grammatikalisch ein Femininum.

Es handelt sich um ein Diminutiv von:

     - polnisch woda
     - russisch вода
     - (beides: Wasser)

Im Deutschen war früher auch die Schreibweise Wutka gebräuchlich, die der polnischen Aussprache nahekommt. Die heutige Form Wodka orientiert sich an ost- und westslawischen Schreibweisen (z. B. tschechisch vodka).

Geschichte
Anfänge der Wodkaherstellung

Die erste gesicherte schriftliche Erwähnung von Wodka stammt aus dem Jahr 1405 aus dem Gebiet des damaligen Königreichs Polen (Sandomierz). Die frühe Spirituose war deutlich schwächer als heutiger Wodka (etwa 20–30 % Vol.) und diente teils medizinischen, teils alltäglichen Zwecken.

Die moderne Wodkaherstellung entwickelte sich schrittweise, begünstigt durch den Überfluss an Getreide (vor allem Roggen) in agrarisch geprägten Regionen Osteuropas.

16. bis 19. Jahrhundert
In Russland unterlag die Wodkaproduktion über lange Zeit staatlichen Beschränkungen:

     - Verkauf nur in staatlich konzessionierten Tavernen
     - zeitweise staatliches Produktionsmonopol

Zar Peter der Grosse liberalisierte die Herstellung, behielt jedoch die Besteuerung bei. Unter Katharina II. wurde das Produktionsrecht erneut eingeschränkt und teilweise Adel und Staatsbetrieben vorbehalten.

Im 19. Jahrhundert setzte sich die Kartoffel als Rohstoff durch, was zu billigen Massenbränden führte. In der Folge wurde in Russland erneut ein Staatsmonopol eingeführt.

Nicht belegt ist die oft genannte Behauptung, Dmitri Mendelejew habe den modernen 40-%-Wodka „erfunden“.

Richtig ist:

     - Er verfasste eine Dissertation über Alkohol-Wasser-Gemische
     - Er untersuchte jedoch nur Konzentrationen ab etwa 70 % Ethanol
     - Die Festlegung von 40 % Vol. als „ideal“ ist eher kulturell und steuerlich begründet

20. Jahrhundert
1914 verbot Zar Nikolaus II. Produktion und Verkauf von Wodka, was massive Steuerausfälle und eine Ausbreitung der Schwarzbrennerei zur Folge hatte.

Nach der Oktoberrevolution:

     - vollständiges Alkoholverbot
     - Aufhebung 1925 aus finanziellen Gruenden
     - unter Stalin: staatliches Wodkamonopol als wichtige Einnahmequelle

Im Zweiten Weltkrieg erhielten Soldaten der Roten Armee Wodkarationen.

Durch Emigration nach 1917 gelangte Wodka nach Westeuropa und Nordamerika. Ab den 1950er Jahren wurde er durch den Cocktailboom zu einem globalen Massenprodukt. Marken wie Smirnoff, Gorbatschow oder Puschkinetablierten sich international.

Die Anti-Alkohol-Kampagnen der 1980er Jahre in der Sowjetunion führten erneut zu Schwarzbrennerei und Gesundheitsproblemen. Nach 1991 wurde der Markt liberalisiert.

Rohstoffe
Wodka kann aus allen stärke- oder zuckerhaltigen Rohstoffen hergestellt werden. Üblich sind:

     - Getreide (Roggen, Weizen, Gerste)
     - Kartoffeln
     - Melasse

In vielen Ländern sind auch Trauben oder andere landwirtschaftliche Produkte erlaubt.

Reinheitsdebatte
Polen sowie einige nord- und osteuropäische Länder fordern eine Beschränkung auf traditionelle Rohstoffe.
Die EU entschied 2007:

     - andere Rohstoffe sind zulässig
     - der Ursprung muss ggf. deklariert werden

Herstellung (vereinfacht)

1.    Maischen: Rohstoff + Wasser, Stärkeumwandlung durch Enzyme
2.    Gaerung: Zucker → Alkohol (ca. 6–7 % Vol.)
3.    Destillation: mehrfach, meist kontinuierlich
4.    Filtration: vor allem mit Aktivkohle, Entfernung von Begleitstoffen
5.    Verdünnung: mit Wasser auf Trinkstärke
6.    Abfüllung

Eine Reifung ist nicht erforderlich. Gelagert wird in neutralen Behältern (Edelstahl, Glas).

Alkoholgehalt

     - EU-Mindestgehalt: 37,5 % Vol.
     - Standard: 40 % Vol.
     - stärkere Sorten: bis etwa 56 % Vol.
     - unverdünnt getrunkene Varianten überschreiten selten 45 % Vol.

Aromatisierter Vodka
Neben reinem Vodka gibt es zahlreiche aromatisierte Varianten, z. B.:

     - Zitrone
     - Schwarze Johannisbeere
     - Gewürze oder Kräuter

Die Aromatisierung erfolgt durch Mazeration, Essenzen oder Aromaextrakte.

Beispiele