ABOUT GIN
Geschichte
Gin, oder der Vorläufer von Gin, wurde zum ersten Mal in den 1570er Jahren in einer kleinen niederländischen Stadt namens Leiden von Professor Sylvius de Bouve hergestellt. Er mischte Wacholderbeeren mit Wein, um ein Medikament herzustellen. Daraus kam er auf die Idee dies auch zu destillieren, wobei der Genever (aus dem franz. Wort für Wacholderbeere), der Vorläufer vom Gin entstand.
Diese Mixtur wurde schnell sehr beliebt, weil es relativ günstig zu produzieren war und auch weil diese Spirituose ohne Fasslagerung sofort geniessbar war. Im Jahre 1689, während des Krieges zwischen England und Frankreich, wurde Holland zum englischen Partner, um gemeinsam die Streitkräfte von Louis XIV zu bekämpfen.
Damals war Brandy die beliebteste Spirituose bei den Engländern. Durch den Krieg allerdings stoppten die Importe aus Frankreich, wodurch Cognac und Brandy augenblicklich zu einer Mangelware auf der Insel wurde. Nun hatten die Holländer ihren Genever mit dabei und da die Holländer sehr mutig auf dem Schlachtfeld auftraten, nannten die Engländer dieses Getränk «Dutch Courage». Dies löste nun sehr schnell den Brandy als beliebteste Spirituose ab.
Die Popularität vom nun genannten Gin in England stieg rasant an. Die Briten waren nun nicht mehr von Importen abhängig und konnten Gin selber und günstig produzieren. Wegen des Siegeszuges des Gins in England wird er auch heute noch mit Grossbritannien in Verbindung gesetzt. Im 18ten Jahrhundert, am Anfang vom Durchbruch des Gins wurde er von der «Upper Class» als Getränk des Proletariats angesehen. Am Ende des 18ten Jahrhunderts wurde der Gin von Offizieren der britischen Armee als Cocktail getrunken. Gerade zusammen mit Tonic, was als Malariaprofilaxe eingenommen wurde oder Gin mit Angostura (Pink Gin), wurde sehr beliebt. Dies machte den Gin in allen Schichten Salonfähig.
Der Gin war immer ein wichtiger Bestandteil der Cocktail Kultur und Begleiter deren Geschichte und war immer eine der dominantesten Spirituosen in Cocktailrezepten auf der ganzen Welt. Vor allem die Prohibitionszeit in Amerika half dem Gin seine Popularität zu steigern. Der so genannte «Bathtub Gin) wurde damals in vielen geheimen Destillen zuhause gebrannt. Weil Gin keine Fasslagerung nötig hat und günstig in der Produktion ist, wurde er schnell beliebt unter den Spirituosenhändler.
Während den nächsten 30 – 40 Jahren war Gin in den meisten Gebieten der Westlichen Welt sehr beliebt. Als dann der Vodka im amerikanischen Markt in den 60er Jahren gepuscht wurde, verlor der Gin plötzlich an Bedeutung und Beliebtheit.
Heute geniesst der Gin wieder hohes Interesse und massive Popularität, sowie Diversität. Klassische Cocktails wie Dry Martini, Martines, Vesper Martini oder die White Lady sind wiederauferstanden. Trotz sehr Traditionellen Rezepten wird der moderne Barkeeper sehr kreativ, wenn es um den Umgang mit Gin geht.
Produktion
Die Ausgangslage für jeden Gin ist neutraler Trinkalkohol, meist Getreidespirituosen mit ca. 96% Vol. Alc., welche im Column Still Verfahren hergestellt wurden.
Die Auswahl von Stärke, Gewürzen, Früchten und Kräutern ist generell jedem Produzenten frei überlassen und wird teils sehr individuell umgesetzt. Deine Erlassene EU Vorschrift besagt allerdings, dass die Wacholderbeere im Gin enthalten sein muss. Des Weiteren sind Koriander, Zitronenschale oder Lavendel häufig anzutreffende Zutaten.
Einige Produzenten von Gin lassen die Mischung aus Gewürzen und Kräutern für gut einen Tag im Trinkspirit einwirken, woraufhin das Ganze gefiltert und danach destilliert wird. Andere hängen die Zutaten in Körben in den Brennkessel, um die Aromen ins Produkt zu bringen.
Generell existieren drei verschiedene Methoden, um Gin zu destillieren und die Aromen in das Getränk zu bringen. Die gewählte Methode beeinflusst den Stil, die Stärke und die Aromen Intensität des Gins:
Cold Compounding (Blended Gin)
Dies ist die günstigste Herstellungsart und die wohl am wenigsten verbreitete. Bei dieser Methode werden die Zutaten nicht selbst beigegeben, sondern nur extrahierte Öle und Aromen zum Trinksprit hinzugegeben. Das Resultat ist weniger intensiv und aromatisch als Gins anderer Methoden. Diese Art von Gin darf weder «London Dry» noch «Distilled Gin» genannt werden.
Distilled Gin
Dies ist die meist verwendete Methode für die Gin Produktion. Hier werden die Wacholderbeeren mit den anderen Zutaten in den Trinksprit gegeben und vermischt. Dieses Gemisch wird dann in einem Pot Still destilliert. Es dürfen keine Extrakte wie beim Blended Gin verwendet werden. Um ein stärkeres Aroma in den Gin zu bringen, werden bei einigen Destillerien die Zutaten für etwa einen Tag im Trinksprit eingelegt. Diese Methode ist teurer aber bringt bessere und kräftigere Aromen in den Gin.
Flavour-Extracted Gin (Recket oder Flavour Infusion)
Es gibt Gin Produzenten, welche die Aromen der Zutaten nicht allzu kräftig in ihrem Produkt haben möchten. Um dies zu erreichen werden die Zutaten nicht wie beim Distilled Gin in dien Trinksprit eingelegt, sondern in Körben über dem Trinksprit in die Brennblase gehängt. Der verdampfte Alkohol geht nun nach oben an den Zutaten vorbei und extrahiert dabei deren Geschmack schön dezent. Das Resultat ist sehr weich und leicht und sehr dezent in der Intensität der Aromen.
Klassifikation von Gin
Es gibt generell drei verschiedene Typen von Gin, welche sich im Aroma und den Geschmäckern unterscheiden.
London Dry Gin
Beim Gin sprechen wir häufig von London Dry Gin und diesen sehen wir als Klassifikation sicherlich auch am häufigsten. Dieser Gin wird beginnt mit einer neutralen Spirituose, welche aus verschiedenen Getreidesorten im Column Still oder in Ausnahmefällen auch im Pot Still Verfahren hergestellt wird. London Dry muss nicht in London oder England hergestellt werden, sondern kann auf der ganzen Welt produziert werden. Der Name bezeichnet nur die Produktionsmethode, bei welcher keine Aromaextrakte verwendet werden dürfen.
Plymouth Dry Gin
Der Name dieses Gins kommt von Hafenstadt Plymouth in England. Auch hier ist in der Regel eine neutrale Spirituose aus dem Column Still die Ausgangslage. Dieser Gin darf gemäss englischem Gesetz aber auch nur in diesem Territorium produziert werden.
Im Gegensatz zum London Dry ist dieser nicht wirklich trocken aber schärfer und intensiver an Wacholderbeeren.
Old Tom
Dieser Gin ist klassischerweise süsser als die anderen Gin Sorten. Der Gin war im 17ten Jahrhundert der beliebteste Gin, da er um Unreinheiten von der fehlenden Destillation zu verbergen gesüsst wurde. Old Tom ist heute vor allem als Zutat für den Tom Collins Cocktail sehr beliebt.



